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 Reiseführer Balearen

Der Archipel der Balearen, inmitten des westlichen Mittelmeeres, auf halbem Wege zwischen der iberischen Halbinsel, dem Süden Frankreichs und dem Norden Afrikas, besteht aus einer Kette von Inseln, die, obwohl sie ein zusammenhängendes geographisches Gebilde darstellen, ebenso viele unterschiedliche wie gemeinsame Merkmale aufweisen.

Einer der Gründe dafür ist mit Sicherheit die unterschiedliche Geschichte jeder einzelnen Insel: Ibiza war einem grossen karthagischen und arabischen Einfluss ausgesetzt, Mallorca ist stark durch die Anwesenheit der Römer geprägt und auf Menorca finden sich auffällige Spuren der englischen Herrschaft auf der Insel. Ihre geographische Gestalt ist unterschiedlich und ähnlich zugleich, wie der Tourismus, den sie empfangen. Der Tourismus der Sommersaison auf Mallorca ist im allgemeinen von grösserer Bedeutung und weniger geruhsam als der von Menorca, und auf Ibiza ist er auf das Nachtleben konzentriert. Obwohl das Klischee in Definitionen dieser Art oft über die Wirklichkeit hinausschiesst, enthalten sie doch einen unbestreitbaren Anteil objektiver Grundlage. Der Archipel hat sich zu einem Zentrum und Hauptziel des Tourismus im westlichen Mittelmeer entwickelt. Er beherbergt eine ausgezeichnete Kombination von eleganten Ferienorten, Buchten und Stränden, wobei man auch die interessanten Landschaften im Inneren nicht vergessen darf.



Die Balearen bestehen aus den drei Hauptinseln Mallorca, Menorca, Ibiza (Eivissa) und dem kleineren Formentera, sowie aus zahlreichen Felseneilanden, unter denen sich das zum Meer- und Landnationalpark erklärte Cabrera hervortut. Insgesamt besitzt die Inselgruppe eine Oberfläche von etwas mehr als 5000 Quadratkilometern und 1239 Kilometer Küste. Die grossen Inseln sind untereinander durch Flugzeug und Schiffslinien verbunden und von jedem Flughafen gibt es zahlreiche Direktflüge zu den wichtigsten Flughäfen Europas. Nur Mallorca hat eine Eisenbahn, allerdings erlaubt das Autobusnetz einer jeden Insel, auch in den entferntesten Winkel zu gelangen. Der Mietwagen ist das gebräuchlichste Vekehrsmittel für die zahlreichen Touristen, welche die Inselgruppe besuchen. Die Hauptstadt ist ca. 132 Seemeilen von Barcelona und 140 von Valencia entfernt und ist mit diesen Städten durch Schiffs- und Fluglinien täglich verbunden.

Das Wasser wurde nach altem Brauch mithilfe von Windmühlen nach oben gepumpt, deren Silhouetten der Landschaft mit den bewässerten Felder vor allem in Mallorca ein eigentümliches Gepräge geben. Diese ansprechende Landschaft der Windmühlen, die heute nicht mehr in Gebrauch sind, findet man im Gebiet von Pla de Sant Jordi, Campos, Muro und Sa Pobla. Die am stärksten entwickelten und exportorientierten Industrien sind ohne Zweifel die Schuh-, Schmuck-, Möbelfabrikation und die Herstellung von Kunstperlen, wobei die beiden letzten Gewerbe sich vor allem im Gebiet von Manacor konzentrieren.

Die grösste Umwälzung der wirtschaftlichen und sozialen Strukturen in der Geschichte jeder Insel aber ging vom Aufschwung des Tourimus in den fünziger Jahren aus. Die Vorgänger der heutigen Touristen tauchten im 19. Jhdt. auf, als berühmte Reisende wie George Sand, Chopin und der Erzherzog Ludwig Salvator von Österreich Mallorca besuchten und mit ihren literarischen Werken dazu beitrugen, die Schönheit der Insel im Ausland bekannt zu machen. Viele europäische Künstler und Schriftsteller besuchten den Archipel und waren eingenommen von seiner ansprechenden und abwechslungsreichen Landschaft. Dutzende von Büchern und zahlreiche Gemälde, welche jene Epoche verewigt haben, sind uns als Zeuge jener Anwesenheit erhalten geblieben. Wegen ihres freundlichen Klimas, ihrer schönen Landschaften und ihres besonderen Lichtes wurden die Balearen von vielen Malern, Schriftstellern und anderen Künstlern zum Aufenthaltsort gewählt, um dort in einer Atmosphäre der Ruhe und Gelassenheit ihre Kunst fortzuentwickeln. Santiago Rusiñol bezeichnete Mallorca mit dem Titel eines seiner Werkals “die Insel der Ruhe”. In den fünfziger Jahren und dann besonders in den sechzigern setzt der touristische “Boom” ein.

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