Seit unerdenklichen Zeiten, bis zur Entdeckung Amerikas, war die Welt eine Scheibe. Die Sonne ging im Osten auf, im Reich der aufgehenden Sonne, und ging im Westen, dem Okzident unter (occidere, ‘töten‘), wobei sie mit einer intensiven roten Färbung im Atlantik versank. Der Untergang vollzog sich am Finis Terrae der Römer (die dort einen “ara solis“, Altar der Sonnenanbetung errichteten), an der Küste der Toten und der Druidenwälder, der heutigen Costa de la Muerte. Galicien mit seinen 30 000 qkm ist das älteste Gebiet der Iberischen Halbinsel, und sein Höhenrelief ist gewellt, mit weiten Tälern. Das Hochgebirge liegt im Osten und ist Ergebnis der tektonischen Plattenbewegungen, welche die Bergketten Cebreiro, Ancares, O Courel, Manzaneda und Trevinca mit Höhen zwischen 1000 und 2000 Metern hervorgebracht haben. Es sind die grössten Erhebungen, und von hier fliessen die Flüsse in Schluchten und Cañons hinab wie der wasserreiche Sil. An der Küste angelangt, erwarten den Reisenden neue Erlebnisse auf der Länge der 1300 Küstenkilometer. Zu Beginn, der geografische Besonderheit die Förden, weite Vorstösse des Meeres in das Land hinein. Diese galicische Eigenart stellt eine besonders interaktive Symbiose von Meer und Land dar, einzigartige biologische Bedingungen für Fische und Meeresfrüchte, einen optimalen Rahmen für den Wassersport.